Ihr seid das Salz der Erde
Ihr seid das Salz der Erde
Christen sollen nicht durch schwatzhafte Absichtserklärungen von sich reden machen.
Christen müssen das Gewürz „in jeder Suppe“ sein. Wer überall mit-trottet und zu allem Ja und Amen sagt, hat seine Würzkraft verloren.
Man soll also herausschmecken, dass wir Gott kennen, dass unser Leben die Würze enthält, die von Jesus Christus kommt. Man soll unseren Glauben, unsere Liebe und unsere Lebensfreude herausschmecken – gerade da, wo den Menschen das verkehrte Leben nicht mehr schmeckt, wo sie am Leben verzweifeln, am Leben keine Freude mehr haben.
Da sollen wir Jesu Worte tun und mit Ihm gegen den Strom schwimmen
Liebe üben, wo man sich hasst,
vergeben, wo man sich beleidigt,
verbinden, wo Streit ist,
die Wahrheit sagen, wo Irrtum herrscht,
Hoffnung wecken, wo Verzweiflung quält,
Freude bringen, wo der Kummer wohnt.
Das Leben vieler Menschen ist durch Gleichgültigkeit gegenüber Gott und seinen Geboten geschmacklos und kraftlos geworden. Mit dem Bild vom Salz macht uns Jesus deutlich, dass verwandelte Menschen mit neuem Herzen gebraucht werden.
Als Salz der Erde können wir andere vor der Fäulnis böser Gedanken und vor dem Schimmel (selbst)zerstörerischen Tuns bewahren. Als Salz können wir durch unsere Liebe zu einem schmackhaften Leben verhelfen. Wir sollen den anderen aber nicht nach dem Mund reden und zuschauen, wie sie alles anstellen, was ihnen in den Sinn kommt. Stattdessen sollen wir uns einmischen, als Salz ihre gefrorenen Herzen auftauen, damit sie selbst gut und liebevoll handeln können.
Salz sollen wir sein und nicht den Leuten Honig um den Mund schmieren. Wo eine Prise Salz fällig ist, wo Menschen unverträglich, das Leben unbekömmlich geworden ist, wo Menschen tief in ihrer Seele verletzt wurden oder große Schuld auf sich geladen haben oder um ihr Leben besorgt sind, da sollen wir sie nicht mit süßem, leerem Geschwätz abspeisen. Auch Jesus selbst hat den Menschen nicht nach dem Mund geredet. Er hat sie eingeladen, von Ihm zu lernen, sie ermutigt, Ihm zu vertrauen und ihr Leben von seiner Liebe verwandeln zu lassen. Oft musste er Menschen beunruhigen, sie bei ihrem falschen Spiel stören, um mit ihnen weiterzukommen.
Das können und sollen wir auch tun: in der Familie, auf dem Pausenhof, am Arbeitsplatz, im Verein, in der Politik und überall, wo Menschen auf Menschen angewiesen sind.
Auch wir können im Vertrauen zu Gott andere zur Besinnung rufen und ermutigen, sich von Gott im Leben leiten zu lassen.
Wir können Salz der Erde, Salz für die Menschen sein, weil Gott uns durch Jesus Christus das Herz geöffnet hat – für Ihn und für die Menschen.
Pfarrer Ernst Wolf
