14. Sonntag nach Trinitatis

Auf der Seite "Andachten" finden Sie einen einen Gottesdienst von Pfarrer Schröder zum Hören, die Predigt folgt hier als Text und am Ende wieder als PDF verlinkt.

Predigt zum 14. Sonntag nach Trinitatis

„Am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.“ (Joh 7,37-39)

Liebe Gemeinde,

was hat es mit Jesus eigentlich auf sich? Was hat es mit seiner Rede vom Reich Gottes auf sich? Was hat es überhaupt mit dem Glauben an ihn auf sich? Das sind Fragen, die sich damals zur Zeit Jesu ebenso stellten wie heute. Wenn da Anfragen von Menschen kommen und uns nach unserem Glauben fragen. Oder wenn ich mir selbst nicht mehr so ganz sicher bin. Wie soll ich die ganze Sache mit Gott und Jesus und dem Glauben eigentlich verstehen?

Der Evangelist Johannes berichtet von Aufruhr – damals zur Zeit Jesu. Jesus tut wundersame Dinge und spricht mit Vollmacht. Und die Menschen um ihn herum geraten darüber in Aufruhr. Was hat es mit diesem Jesus auf sich? Manche sind begeistert und folgen ihm nach. Andere halten seine Worte für Wahnsinn und ihn für eine Gefahr.

Die Worte, die wir heute hören, sagte Jesus auf dem Laubhüttenfest, einem der großen jüdischen Feste. Jesus ist dort ein großes Gesprächsthema. Kurz zuvor hatte er nämlich davon gesprochen, dass er selbst das Brot des Lebens sei und dass es nötig sei von seinem Fleisch und Blut zu essen und zu trinken. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, was das für Gesprächsstoff gab. Die Bibel erzählt, dass es Spaltungen zwischen den Jüngern gab und auch die Großen des Volkes nicht wussten, was sie mit diesen großen und fremden Worten anfangen sollten. Daher sind sie am Grübeln und Diskutieren. Und ihre Köpfe qualmen.

Irgendwann im Laufe des Laubhüttenfestes kommt auch Jesus dazu. Erst hält er sich im Hintergrund. Bewusst hatte er sich nicht dem großen Festzug angeschlossen, sondern war erst einige Zeit später aufgebrochen. Doch dann hört er, wie die Menschen über ihn reden und diskutieren.

Und Jesus gibt ihnen einen Hinweis. Doch anders als gedacht. Am Ende des Festes erhebt Jesus das Wort: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Das ist wohl nicht eine Antwort, wie sie die Schriftgelehrten sich gewünscht hätten. Jesus steigt hier nicht in die Diskussionen um seine Person ein, indem er erklärt und begründet und damit den qualmenden Köpfen eine logische Antwort gibt.

Jesus richtet sich an das Herz der Menschen. Er spricht uns Menschen auf unser Herz an. Und damit geht er in die Tiefe. Ja, unser Kopf und Verstand sind große Geschenke unseres Gottes. Und es wäre fatal, das Denken und Diskutieren abzulehnen. Keinesfalls! Aber zum Kern unseres Lebens stoßen wir doch erst da vor, wo unser Herz in den Blick kommt. Das ist manchmal gar nicht so einfach, sich seinem Herzen zu stellen und dem, was ich fühle, vermisse und ersehne. Jesus spricht unser Herz an. Und er spricht vom Durst.

Durst gibt es in verschiedenen Formen. Nach einer anstrengenden Arbeit kann da ganz schön Durst auf der Zunge sein. Dann brauchts eine Erfrischung und es kann weitergehen. Und dann gibt es auch richtige Durststrecken. Wenn ein langer Weg zu gehen ist und die Erfrischung nicht direkt zur Hand ist. Dann kann es eine richtig durstige Kehle geben. Und dann gibt es auch Wüstenzeiten. Wo unser ganzer Mensch Durst wird und die Sehnsucht riesig, diesen Durst zu stillen. Diesen Durst in seinen verschiedenen Formen kennt unser Körper. Den kleinen und den großen Durst kennt aber auch unser Herz. Die Sehnsucht, die Durststrecken, die Wüstenzeiten.

Und darauf, auf unseren Seelendurst, spricht uns Jesus an: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Das hat es mit Jesus auf sich. Er ist nicht der große Weltenerklärer, der allen unseren Fragen eine letzte Antwort liefert. Sondern er ist der Durststiller unseres Herzens. Jesus und seine Worte, sie wollen heilmachen, was unserem Herzen fehlt. Nämlich die Verbindung zu Gott, unserer Lebensquelle. Und wo wir seine Worte hören und ihm trauen, da quillt lebendiges Gotteswasser in unser Leben hinein.

Doch Jesu Worte gehen noch weiter und lassen mich staunen. „Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Erstaunliche Worte. Im Glauben an Jesus soll nicht allein unser Durst nach Leben gestillt werden. Wir selbst sollen zu Durststillern werden. Auch durch uns soll Gottes Lebenswasser zu unseren Mitmenschen überschwappen. Nicht aus unserer eigenen Quelle. Sondern aus der Quelle, die allein bei ihm, bei Gott ist.

Heute haben wir das Wasser plätschern gehört als Nefeli getauft wurde. Und das Symbol des Wasser in der Taufe hat seinen guten Grund. Denn dort geschieht genau das, was es mit Gott und uns auf sich hat. Mit dem Wasser verbunden hören wir Gottes gutes Wort über unser Leben. Dass er unser Leben heil machen und unseren Durst nach Leben stillen will. Und darum schenkt er uns dort seinen guten Geist. Aus dieser Quelle kann unser Glauben immer wieder frisch werden und auch unseren Mitmenschen zum Leben helfen.

Und das Symbol des Wassers in der Taufe macht deutlich: So wichtig wie das Wasser für unseren Planeten und unseren Körper ist, so wichtig ist auch der Glaube für unser Leben. Er ist nicht ein netter Zusatz zu unserem Leben. Der Glaube ist so grundlegend wichtig zum Leben, wie das Wasser, das unser Körper Tag für Tag braucht. Denn in ihm hören wir das was unser Herz braucht. Dass all unser Tun und Leben umgeben ist von Gottes Gnade. Dass unser Schöpfer uns und unsere Welt nicht vergessen hat in allen Turbulenzen, die wir erleben. Sondern dass er uns in Jesus Christus ganz nahe geworden ist. Aus dieser Nähe Gottes können wir schöpfen. Und durch ihn soll unsere Seele satt werden.

Amen.

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